Sichtfachwerk freilegen

Soll eine Fassade freigelegt werden, so sollten dabei einige Punkte Berücksichtigung finden. An vielen Fachwerkhäusern wurde die Fassade in der Vergangenheit mit einer Verkleidung versehen, da sie durch den Schlagregen stark belastet wurde.

Drastische Fäulnisschäden sind an vielen Fachwerken erst am Sichtfachwerk entstanden, als dieses freigelegt wurde. Gegen die Schlagregenbelastung ist meistens das sichtbare Fachwerk nicht dicht, denn Wasser sucht sich stets seinen Weg ins Innere und läuft nicht nur an der Fläche ab, sondern dringt über die vielen Fugen in die Wand ein.

Keine schlagregenbedingten Schäden sind bei weniger als 140 Milliliter auf den Quadratmeter zu erwarten, die auf die Fassade treffen. Bei höheren Mengen hingegen sollten Verkleidungen an die witterungsbelasteten Flächen angebracht und das Fachwerk nicht freigelegt werden.

Voruntersuchung des Fachwerks

Bevor das Sichtfachwerk freigelegt wird, steht noch eine weitere Voruntersuchung an, hierbei muss der vorhandene Anstrich überprüft werden. Sollte dieser in einer dicken Schicht auf dem Holz vorhanden sein, dann kann davon ausgegangen werden, dass eine ausreichende Durchlässigkeit von Wasserdampf bei einer erneuten Überschichtung nicht mehr gewährleistet ist. Sobald der Sd-Wert der gesamten Beschichtung höher als 0,5 Meter ist, so kann das Risiko bestehen, dass unter dem vorhandenen Anstrich das Holz zu faulen beginnt.

Methoden zum Freilegen von Sichtfachwerk

Zunächst muss der Anstrich entfernt werden und dabei können folgende Methoden gewählt werden:

  • Thermisches Entfernen
  • Abfräsen mit einer Fräse
  • Sandstrahlen

Auf eine Kettenmotorsäge kann beispielsweise ein Vorsatz aufgesetzt werden, um somit das Abfräsen mit einer Fräse zu realisieren. Beim Sandstrahlen sollte unbedingt auf ein weiches Strahlgut geachtet werden.

Keinesfalls dürfen Beschädigungen am Putz des Gefaches entstehen, wenn das Holz behandelt wird. Eine wertvolle Hilfe beim Freilegen von Sichtfachwerk erhält der Handwerker auch in den WTA-Merkblättern, die speziell das Fachwerk behandeln.