Sicherheitsvorschriften Denkmalschutz

Sicherheitsvorschriften sind gesetzlich geregelt und insbesondere in öffentlichen Gebäuden sehr wichtig. Daneben existiert aber gerade im Schloss auch der Denkmalschutz, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Für Klarheit hat, zumindest im Hinblick auf die Treppensicherheit, ein Urteil des Landgerichts München aus dem Jahr 2005 gesorgt.

Sicherheit geht vor Denkmalschutz

Laut dem oben genannten Urteil, das unter dem Aktenzeichen 6 O 14405/04 nachzulesen ist, heißt es, dass die Sicherheit von Besuchern oder Bewohnern denkmalgeschützter Gebäude generell wichtiger, als der Denkmalschutz für das Gebäude ist.

Im konkreten Fall ging es um eine Treppe in einem denkmalgeschützten Gebäude, welche unebene Trittstufen und nur einen Handlauf bot. Dies stünde den Sicherheitsvorschriften laut Gesetz entgegen und somit dürfe die Treppe nicht für den Besucherverkehr geöffnet werden. Es müsse zumindest ein zweiter Handlauf angebracht werden.

Die Denkmalschutzbehörden sind es dann oft, die den Eigentümern des denkmalgeschützten Schlosses im Wege stehen. Denn sie halten die Treppen in den Gebäuden per se für unantastbar. Das ist aber so nicht richtig, denn generell ist die Sicherheit des Menschen höherwertig, als der Denkmalschutz. So kann und muss sogar eine zweite Treppe erstellt oder die erste weitestgehend saniert werden, damit sie keine Gefahr mehr für Leib und Leben darstellt.

Brandschutz und Denkmalschutz

Besonders häufig ergeben sich Diskrepanzen zwischen Brand- und Denkmalschutz. Doch auch hier gibt es Mittel, wie beide Belange ausreichend berücksichtigt werden können. Ein altes Schloss, auf dem regelmäßig Trauungen durchgeführt werden, wo aber nie extrem viele Menschen auf einmal sind, kann mitunter auf den zweiten Rettungsweg verzichten, der im Brandschutz vorgeschrieben ist.

Auch kann eine alte Holztür unter Umständen entsprechend des Denkmalschutzes erhalten werden. Dafür muss sie aus Sicht des Brandschutzes mit einer brandhemmenden Füllung versehen werden. Wie auch immer sich die Fragen gestalten: Der Brandschutz ist sehr allgemein formuliert, jedes unter Denkmalschutz stehende Gebäude jedoch ein Einzelfall, der entsprechend auch individuell betrachtet werden muss.