Übermalungen abnehmen

Sollen an historischen Wandmalereien die Übermalungen abgenommen werden, so stellt dies eine wahre Herausforderung dar. Hierbei ist oftmals das Wissen eines Restaurators gefragt, der sich auf die schonende Abnahme von Übermalungen an historischer Wandmalerei auskennt. Es müssen dabei mehrere Arbeitsschritte durchgeführt werden, die eine hohe Präzision erfordern.

Materialien und Werkzeuge

Es werden unterschiedliche Materialien und Werkzeuge benötigt, damit Übermalungen schonend abgenommen werden können. Hierbei ist immer entscheidend, in welchem Grad die Wandmalerei übermalt wurde. Auch der Putz bedarf zur Sicherung verschiedene Mittel. Zum Abtragen von Übermalungen kommen spezielle Spachtel zum Einsatz. Ebenso finden weiche Schwämme oder Tücher zum Abtupfen ihre Verwendung.

Verfahren zur Abnahme von Übermalungen

Ist die Wandmalerei mit einem weißen Kalk-Kunstharzdispersionsanstrich versehen, so erfolgt die Abnahme chemisch und mechanisch. Wurden Emulsionsfarben auf Ölbasis bei den Übermalungen verwendet, so kommen hierbei alkalische und ätherische Lösemittel zum Einsatz. Dafür wird eine konzentrierte Ammoniaklösung hinzu emulgiert. Mit einer alkalischen Lösepaste wird das partielle Anweichen vorgenommen. Anschließend wird dann die Übermalung mechanisch abgenommen.

Mürbe Putzstellen müssen fluatiert werden. Zunächst wird die Wand vorgenässt und mit Beeckschem wasserklaren Silikatfixativ, in einem Verhältnis von 1:2 mit Wasser verdünnt, um somit den Putz zu festigen. Die teilweise großflächigen Tünchreste können durch das chemische Abnehmen nun mechanisch entfernt werden.

Oftmals ist die Kalktünche mit der Oberfläche des Putzes so fest versintert, dass diese nur mit einer alkoholischen Salzsäurelösung angeätzt und vorher neutralisiert werden muss, um dann abgeschabt werden zu können.

Mit einer fünfprozentigen alkoholischen Salzsäurelösung wird der vorhandene Kalkschleier durch leichtes Betupfen entfernt. Danach muss sofort neutralisiert werden. Partiell werden leicht wischende Oberflächen fixiert, wobei wasserklares Silikatfixativ im Verhältnis 1:3 mit verdünntem destillierten Wasser verwendet wird.