Stickerei bearbeiten

Leider kann es vorkommen, dass an historischer Kleidung die Stickereien in Mitleidenschaft gezogen sind, so dass sie bearbeitet werden müssen. Doch bevor die Stickereien bearbeitet werden, sollte unbedingt die verwendete Sticktechnik näher betrachtet werden, denn hiervon gibt es eine wahre Vielzahl. Im Allgemeinen wird in die Bunt- und Weißstickerei unterschieden. Aber auch die richtigen Hilfsmittel müssen entsprechend der historischen Bekleidung ausgewählt werden.

Materialien und Stickutensilien für historische Kleidung

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Garne für die Stickereien gelegt werden. Für feine Stickereien wird heute überwiegend der sechsfädige Sticktwist verwendet, der genauso in dünnere Stränge zerteilt werden kann. Das Perlgarn hingegen kann nicht geteilt werden, allerdings weist er dafür eine glattere Oberfläche auf und hat einen eigenen Glanz. Für historische Kleidung dagegen sollten andere Materialien verwendet werden, die in den vergangenen Jahrhunderten als Stickgarn eingesetzt wurden. Als Garne kommen hierbei

  • schmale Seidenbändchen,
  • Baumwoll(näh)garn,
  • Wollgarn,
  • gezwirntes Seidengarn,
  • Seidenfilament und
  • Effektgarne

in Frage. Ebenfalls müssen die entsprechenden Sticknadeln ausgewählt werden, die das wichtigste Arbeitswerkzeug beim Sticken sind. Sollen die Stickereien von Hand bearbeitet werden, ist eine Handnähnadel zu wählen. Für feinfädigere Gewebe sollte eine Nadel mit spitzer Spitze gewählt werden, ist der Stoff jedoch fester, dann eignet sich eher eine Nadel mit einer runden Spitze.

Alte Motive neu sticken

Sind die alten Motive noch gut sichtbar, ist die verwendete Sticktechnik schnell ermittelt und mit dem entsprechenden Garn kann das Muster nachgestickt werden. Anders hingegen sieht es aus, wenn das Motiv nicht mehr zu erkennen ist. Hier muss eine Vorlage geschaffen werden, die dann auf den Stoff übertragen wird. Ist das geschehen, dann sollte die zu bestickende Stelle möglichst gut gespannt werden, hierfür kann ein Stickrahmen verwendet werden. Bei sehr dicken Geweben dagegen wird das kaum möglich sein, dann muss man frei Hand sticken. Dabei sollte auf ein Zusammenziehen der Stickerei geachtet werden, damit das Muster nicht verzerrt wird.