Firnis erneuern

Auf alten Gemälden findet sich oft ein Firnis, also eine Art Schutzanstrich. Dieser kann, je nach Epoche, in der das Gemälde entstanden ist, auf unterschiedlicher Basis gefertigt worden sein.

Besonders verbreitet ist der Leinölfirnis, aber auch Schellack, der in Alkohol gelöst wurde, wurde vergleichsweise häufig eingesetzt. Heute kommen vorwiegend Lacke zum Einsatz, um diese Schutzschicht für das Gemälde aufzubringen, welches die Farben erstrahlen lassen soll.

Firnis auftragen: Der Zeitpunkt entscheidet

Soll bei einem alten Gemälde ein Firnis aufgetragen werden, ist bei Ölgemälden vor allen Dingen der Zeitpunkt entscheidend. Sämtliche Farbschichten müssen vollständig durchgetrocknet sein, bevor der Firnis aufgetragen wird. Kommt es zu einer zu frühzeitigen Auftragung des Firnisses, so ergeben sich dadurch unschöne Veränderungen am Bild, die aber oft erst Jahre später erkennbar sind.

Der Firnis kann also bei Ölgemälden frühestens nach einem halben bis einem Jahr aufgetragen werden. Entscheidend ist aber auch die Verwendung des richtigen Firnis. Im Handel erhältlich sind unter anderem Sprays, die das Auftragen des Firnis erleichtern und beschleunigen sollen.

Hiervon ist jedoch abzuraten, da viele dieser Sprays nach Jahren beginnen, mit den Ölfarben des Gemäldes zu reagieren. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte zunächst wieder einen Test an einer kleinen, unauffälligen Stelle durchführen und das Ergebnis nach einigen Wochen noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Außerdem muss explizit dargelegt werden, dass das Spray für Ölgemälde geeignet ist.

Natürlichen Firnis bevorzugen

Besser, als die genannten Sprays, sind natürliche Firnisse. Hierbei unterscheidet man zwischen dem seidenmatten und dem glänzenden Firnis. Einen glänzenden Firnis kann man mit Dammar erreichen, einem natürlichen Harz.

Seidenmatter Firnis wird unter anderem mit Bienenwachs erreicht. Die beiden Firnisgrundlagen lassen sich genauso gut miteinander vermischen, um Zwischenstufen von glänzend bis matt zu erreichen. Sie können auch später abgenommen und problemlos erneuert werden.

Der Firnis wird dann mit einem Pinsel auf das Gemälde aufgetragen. Es empfiehlt sich, den Firnis erst längs, anschließend noch einmal dünn quer aufzutragen, um den Eindruck von Pinselstrichen zu vermeiden.